Entstehungsgeschichte

 

Historical view of Freising around the year 2244 (1701)

His­to­ri­sche Ansicht von Frei­sing um das Jahr 2244 (1701)

 


Fast 1288 Jahre nach Ankunft des Hei­li­gen Kor­bi­nian und der Ein­füh­rung des Chris­ten­tums ist im Sep­tem­ber des Jah­res 2551 (2008) nun auch end­lich die Lehre des Erwach­ten nach Frei­sing gelangt. Ein Sohn der Stadt, Bhikkhu Phil­ipp Thi­tad­hammo, hatte auf Anre­gung sei­nes Men­tors und sei­ner Mit­mön­che hin den Weg zurück in die alte Dom­stadt gewagt, um bud­dhis­ti­sches Leben und Ler­nen auch in sei­ner baye­ri­schen Hei­mat zu ermög­li­chen. Ziel ist es, in Frei­sing dem Bhikkhu-​​Sangha, also dem Mönchs­or­den des Erwach­ten, eine sichere Heim­stätte zu schaf­fen und um diese herum eine blü­hende und gedei­hende bud­dhis­ti­sche Gemeinde ent­ste­hen zu las­sen. Obwohl es bereits seit über ein­hun­dert Jah­ren in Mün­chen eine Bud­dhis­ti­sche Gesell­schaft für das Stu­dium der Lehr­re­den des Buddha gege­ben hat, haben die Umstände den­noch bis­her für die Schaf­fung einer voll­stän­din­gen bud­dhis­ti­schen Gemeinde (Buddha-​​parisa) nicht aus­ge­reicht. Bei der Eta­blie­rung der bud­dhis­ti­schen Lebens­weise in Frei­sing und Umland fol­gen die Mön­che dem Auf­ruf des Erwach­ten, aus Mit­ge­fühl mit den Wesen, die da “ver­sun­ken sind in Geburt, in Altern und Ster­ben, in Wehe, Jam­mer und Lei­den, in Gram und Ver­zweif­lung” den frie­dens­vol­len Aus­weg (dukkha-​​nirodha-​​gāminī pati­padā) auf­zu­zei­gen, auf daß es ihnen mög­lich sein werde die­ser gan­zen Lei­dens­fülle ein Ende zu machen!

Im Februar des Jah­res 2552 konnte das Klos­ter in einem klei­nen, ange­mie­te­ten Haus auf dem Frei­sin­ger Dom­berg ein­ge­rich­tet wer­den. Es wurde Bodhi Vihara genannt, also „Ort des Erwa­chens“. Seit Mai erfährt das Klos­ter Unter­stüt­zung durch den ehr­wür­di­gen Tejobhasa aus Burma (Myan­mar). Die­ser wurde ein­ge­la­den, beim Klos­ter– und Gemein­de­auf­bau mit­zu­wir­ken und gemein­sam mit dem ehrw. Thi­tad­hammo das Klos­ter zu lei­ten. Am 28.Mai 2553 konnte erst­mals in Frei­sing die Rezi­ta­tion der Ordens­re­gel (Pati­mokkha) von ins­ge­samt zehn Mön­chen durch­ge­führt wer­den. Hierzu waren Gast­mön­che aus Burma und Thai­land, sowie die Mön­che der deut­schen Klös­ter Mut­to­daya und Metta Vihara eigens nach Frei­sing gereist.

Bhante Tejobhasa, Gavesako und Thitadhammo (v.r.)

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“Die­je­ni­gen, ihr Mön­che, mit denen ihr Mit­leid habt und von denen ihr meint, daß sie zuhö­ren wür­den, eure Freunde und Gefähr­ten, Ange­hö­ri­gen und Bluts­ver­wand­ten, die sol­len von euch, ihr Mön­che, im wirk­lich­keits­ge­mä­ßen Ver­ste­hen der vier edlen Wahr­hei­ten ange­regt, bestärkt und gefes­tigt wer­den. In wel­chen vier? In der edlen Wahr­heit vom Lei­den, von der Lei­dens­ent­wick­lung, von der Lei­dens­auf­lö­sung, von dem zur Lei­dens­auf­lö­sung füh­ren­den Vorgehen.

Daher habt ihr euch, meine Mön­che, anzu­stren­gen, um zu erken­nen: ‘Das ist das Lei­den, das ist die Lei­dens­ent­wick­lung, das ist die Lei­dens­auf­lö­sung, das ist das zur Lei­dens­auf­lö­sung füh­rende Vor­ge­hen.’” (Samyutta Nikaya 56.26.)