Gedanken zur Patimokkha-​​Rezitation in Freising

Ein denk­wür­di­ges und glück­ver­hei­ßen­des Ereignis

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Patimokkha-Rezitation

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So lange als da, ihr Mön­che, die Mön­che häu­fig zusam­men­kom­men, öfters Zusam­men­künfte haben wer­den, ist eben ein Wach­sen, ihr Mön­che, der Mön­che zu erwar­ten und kein Schwinden.

So lange als da, ihr Mön­che, die Mön­che ein­träch­tig zusam­men­kom­men, ein­träch­tig aus­ein­an­der gehen, ein­träch­tig die Ange­le­gen­hei­ten des Ordens erle­di­gen wer­den, ist eben ein Wach­sen, ihr Mön­che, der Mön­che zu erwar­ten und kein Schwin­den.

So lange als da, ihr Mön­che, die Mön­che keine neuen Gesetze erlas­sen, beste­hende nicht auf­he­ben, dem über­lie­fer­ten Regel­pfade getreu sich betra­gen wer­den, ist eben ein Wach­sen, ihr Mön­che, der Mön­che zu erwar­ten und kein Schwinden.

So lange als da, ihr Mön­che, die Mön­che die Stüt­zen der Jün­ger, die längst erprob­ten, erfah­re­nen Pil­ger, die Väter des Ordens, die Füh­rer des Ordens, als sol­che wert­hal­ten, hoch­schät­zen, ach­ten und ehren und auf deren Rat etwas geben wer­den, ist eben ein Wach­sen, ihr Mön­che, der Mön­che zu erwar­ten und kein Schwin­den.“ Aus D 16

 

Seit das Ent­ste­hen der bei­den Klös­ter Mut­to­daya und kurz dar­auf des Bodhi Vihara in meine Wahr­neh­mung trat, ent­stand in mir der Her­zens­wunsch, daß es hier in Deutsch­land doch mög­lich wäre, daß die Mön­che der Klös­ter zusam­men­kom­men, um mit­ein­an­der die Ordens­re­gel zu rezitieren.

Die­ser Her­zens­wunsch erfüllte sich mir zum ers­ten Mal bereits im letz­ten Jahr, als die Mön­che des Bodhi Vihara zu die­sem Zweck zum Mut­to­daya Klos­ter reisten.

Am 28.04.2553 nun aber soll­ten 10 Mön­che zusam­men­kom­men, um gemein­sam die Patimokkha-​​Rezitation im Bodhi Vihara abzuhalten.

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Aller­dings wagte ich kaum zu wün­schen, bei einem sol­chen Ereig­nis dabei­sein zu dür­fen, doch mit­un­ter fügen sich die Dinge ja auf uner­war­tet glück­li­che Weise.

Uns wurde es ermög­licht, der Ein­la­dung an Freunde und Unter­stüt­zer fol­gen zu kön­nen und das Klos­ter in Frei­sing zu die­sem Ereig­nis zu besuchen.

Man emp­fing uns aufs Herz­lichste, sorgte für unser Wohl­er­ge­hen, und denk­wür­dige und erbau­li­che Worte über die Lehre wur­den ausgetauscht.

Die Räum­lich­kei­ten im Klos­ter mögen wirk­lich sein, dage­gen sind die Her­zen der Men­schen dort jedoch über­aus groß. Die Atmo­sphäre dort ist ein­fach wundervoll.

Äußerst beein­dru­ckend war, mit­zu­er­le­ben, wie die Mön­che, so ver­schie­den sie als Men­schen auch sein mögen, auf eine solch wür­dige und respekt­volle Weise mit­ein­an­der umge­gan­gen sind.

Es hin­ter­läßt einen tie­fen Ein­druck im Her­zen und kann gewiß nicht ohne Wir­kung blei­ben, diese Ernst­haf­tig­keit zu sehen, wie auch die klei­nen und gerin­gen Wei­sun­gen befolgt wer­den, wie die Wei­sung des Erwach­ten noch leben­dig ist, obgleich ande­rer­seits in der Welt auch der Ver­fall sicht­bar ist.

Die­ses ist eine wahre Inspi­ra­tion für einen jeden ernst­haf­ten, sich üben­den Nach­fol­ger der Lehre.

So ist es, wie in den Lehr­re­den beschrie­ben, die Aske­ten­freude an den Asketen.

Patimokkha

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…wol­len wir, o Herr, die Mön­che, die so erle­sen sind, als erle­sen erken­nen, die so erle­sen sind, mit erle­se­ner Speise spei­sen, die so erle­sen sind, mit erle­se­ner Ehre ehren. Erzeugt hat mir, wahr­lich, o Herr, der Erha­bene Aske­ten­liebe zu den Aske­ten, Aske­ten­freude an den Aske­ten, Aske­ten­ehr­furcht vor den Aske­ten.“
(M 54)

Gewiß hat es sich zur Zeit des Erwach­ten zumeist um bereits geheilte gehan­delt und der „Hei­lige Wan­del“, der sich eben darin zeigte, ist ja, wie es der Erwachte erklärte, wie jedes auf­grund von Bedin­gun­gen Ent­stan­dene, der Ver­gäng­lich­keit unterworfen.

 

»Wohlan denn, ihr Mön­che, laßt euch gesagt sein:
schwin­den muß jede Erschei­nung, uner­müd­lich mögt ihr da kämp­fen.«
Das war des Voll­en­de­ten letz­tes Wort.“ (D 16)

Doch sind noch heute für uns sol­che sicht­bar, die aus Ver­trauen vom Hause in die Haus­lo­sig­keit gehen, sich nach der Wei­sung des Erwach­ten üben und kämpfen.

Patimokkha (12)

Ich emp­finde tiefe Dank­bar­keit, daß mir die­ses Erleb­nis zuteil wurde. Es ist ein gro­ßer Ansporn, Freude und Ermun­te­rung, jedoch auch Mah­nung in der Ernst­haf­tig­keit der eige­nen Übung.

Es wirk­lich beglü­ckend, sich vor die­sem Sangha ver­beu­gen zu dür­fen und die Ehr­er­bie­tung dar­brin­gen zu können!

Ich hätte mir kei­nen bes­se­ren Ort vor­stel­len kön­nen, an dem ich hätte in die­ser Zeit sein mögen.

Die Zukunft ist unge­wiß, und die Zeit und die Umstände, in denen wir uns vor­fin­den, sind alles andere als hoff­nungs­träch­tig. Doch wenn wir stets unse­ren Blick nur auf die nega­ti­ven Dinge rich­ten, unse­ren Geist damit ernäh­ren, kri­ti­sie­ren und zwei­feln, kön­nen wir nicht erwar­ten, daß unser Erle­ben hel­ler und ange­neh­mer wird.

Wenn wir nicht begin­nen, unsere Her­zen für das Eini­gende, Wür­dige und Beglü­ckende zu öffnen, wie wol­len wir dann Zuver­sicht gewin­nen und Ver­trauen zu Buddha, Dhamma und Sangha?

Patimokkha (6)

 

Das skep­ti­sche Zwei­feln hat er ver­wor­fen, der Unge­wiß­heit ist er ent­ron­nen; er zwei­felt nicht am Guten, vom skep­ti­schem Zwei­fel läu­tert er sein Herz.“ (M 27)

Mögen uns ver­mehrt sol­che sicht­bar sein, die der Lehre ernst­haft und vol­ler Hin­gabe fol­gen, mögen sich die Früchte ihres Weges offen­ba­ren, ob im Orden oder unter den Laien.

Mögen sie uns Ansporn, Ermu­ti­gung und Edle Freunde sein, auf unse­rem Weg zur Befrei­ung aus dem Leidenskreislauf.

Mit­un­ter sol­len ja Wün­sche in Erfül­lung gehen, wenn es die rich­ti­gen sind …

Ich möchte mei­nen Dank und mei­nen tie­fen Respekt zum Aus­druck brin­gen, all jenen, die die­ses Ereig­nis ermög­licht haben!

Upa­sika Annette

Sabbe sattā bha­vantu sukhitattā!

Bha­vatu sabbamaṅgalaṃ!

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